Erdbeben von Valdivia 1960 Chile

Schäden in Valdivia durch Bodenverflüssigung


Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Valdivia_1960

Das Erdbeben von Valdivia am 22. Mai 1960, auch Großes Chile-Erdbeben genannt, war das Erdbeben mit der weltweit größten jemals aufgezeichneten Magnitude und das schwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts. Um 15:11 Uhr Ortszeit (19:11 UT) erreichte das Beben auf der Momenten-Magnituden-Skala einen Wert von Mw 9,5. Die topographische Gestalt großer Gebiete des Kleinen Südens Chiles wurde verändert, besonders betroffen war das Gebiet um die Provinzhauptstadt Valdivia.

Das Erdbeben löste einen Tsunami aus, der im gesamten Pazifik-Raum schwere Zerstörungen anrichtete. Eine Schätzung des United States Geological Survey (USGS) geht von etwa 1.655 Toten, 3.000 Verletzten und zwei Millionen Obdachlosen aus.

Das Große Chile-Erdbeben stellte den Höhepunkt einer ganzen Reihe von Erdbeben dar, die die südliche Mitte Chiles innerhalb weniger Tage erschütterten. Professoren der Universidad de Chile sprachen von der „schwersten Erdbeben-Serie, die in Chile jemals beobachtet worden ist“.

Die Beben begannen am Morgen des 21. Mai bei Curanilahue und Concepción. Die Erschütterungen mit einer Stärke von jeweils MW 7,25 unterbrachen die Verkehrs- und Telefonverbindung von der Hauptstadt Santiago in den Süden des Landes und lösten zahlreiche Brände aus. Präsident Jorge Alessandri sagte seine Teilnahme an den traditionellen Feierlichkeiten zum Gedenken an die Seeschlacht von Iquique 1879 ab, um sich vor Ort einen Überblick über die Schäden und die Hilfsmaßnahmen zu verschaffen.

Die Organisation der Hilfsmaßnahmen für das Gebiet um Concepción war gerade angelaufen, als am Nachmittag des folgenden Tages ein weiteres heftiges Erdbeben weiter im Süden die Gegend um Valdivia erschütterte. Etwa eine halbe Stunde später, um 15:11 Uhr Ortszeit folgte schließlich das schwerste je aufgezeichnete Erdbeben. Es hielt vier Minuten an und erschütterte Chile zwischen Talca und der Insel Chiloé.

In den Tagen nach dem Hauptbeben kam es in der Region zu hunderten Nachbeben, davon alleine elf der Stärke 6 bis 7.

Direkte Schäden durch das Erdbeben
Nach unterschiedlichen Schätzungen wurden ein bis zwei Millionen Chilenen durch das Beben und den Tsunami obdachlos, das entspricht bis zu einem Viertel der damaligen Gesamtbevölkerung des Landes. Die chilenische Regierung gab die Zahl der zerstörten Gebäude mit 58.622 an.Dass durch das Erdbeben selbst nur einige hundert und damit für ein Beben dieser Stärke vergleichsweise wenige Menschen zu Tode kamen, wird unter anderem auf die Vorwarnung durch die unmittelbar vorausgehenden schwächeren Erdbeben zurückgeführt.

Die Schwere der Gebäudezerstörungen hing vor allem von geologischen Bedingungen wie dem jeweiligen Untergrund ab. In Valdivia wurden Gebäude im Westen der Stadt weit stärker in Mitleidenschaft gezogen, da hier der Untergrund im Gegensatz zum Ostteil weniger stabil ist und sich bei einem Beben stärker bewegt.[16] Besonders schwer wurden Gebäude zerstört, die auf künstlichen Anschüttungen errichtet wurden.Dort kam es während des Erdbebens zu Bodenverflüssigungen. Auch waren gemauerte Gebäude weit stärker von Zerstörung betroffen als moderne Stahlbeton-Gebäude oder traditionelle Holzhäuser.

Die subjektive Stärke eines Erdbebens, die Intensität, wird in der Regel mit einem Wert auf der Mercalliskala dargestellt. Der zur Zeit des Bebens an der Universidad Austral de Chile in Valdivia tätige Geograph Wolfgang Weischet taxierte anhand der Zerstörungen in Valdivia die Intensität auf X („vernichtend“), während in den jeweils nur 20 Kilometern entfernten auf stabilerem Untergrund liegenden Ortschaften Corral und Hueyelhue nur die Mercallistufe VII („sehr stark“) erreicht wurde.

Neben Valdivia war das Dorf Puerto Octay am Llanquihue-See der Ort mit der höchsten Erdbeben-Intensität. Hier lag das Zentrum eines Gebietes besonders hoher Intensität, das sich im chilenischen Zentraltal in Form einer Ellipse in Nord-Süd-Richtung erstreckte. Der Hafen der im Süden dieses Bereiches liegenden Stadt Puerto Montt wurde ebenfalls schwer beschädigt.

In den Anden, an Steilküsten und im Seengebiet des Kleinen Südens vom Lago Villarica bis zum Lago Todos los Santos kam es durch das Erdbeben zu etlichen Erdrutschen.

Ausgelöste Naturkatastrophen und Folgeschäden
Der Tsunami
Das Erdbeben senkte bei Valdivia die Küstenlinie temporär um bis zu vier Meter ab und verursachte dadurch eine bis zu 25 Meter hohe Flutwelle, die die chilenische Küste verwüstete und sich als Tsunami über den gesamten Pazifischen Ozean ausbreitete.

Im Hafen von Valdivia und vor der chilenischen Küste sanken zahlreiche Schiffe oder liefen auf Grund. In der Bucht von Valdivia fiel der Meeresboden für fast eine Stunde trocken, bis das Meer in einer zehn Meter hohen Welle zurückbrandete. Dabei kamen etliche Menschen ums Leben, die den Meeresboden nach Krebsen absuchten.

Das 10.000 Kilometer entfernte Hilo auf Hawaii, wo die Flutwelle noch eine Amplitude von elf Metern erreichte, und Küstenregionen von Japan, den Philippinen und Kamtschatka wurden verwüstet. Auch Kalifornien, die Osterinsel und Samoa waren betroffen.

Der Tsunami ist für die Mehrzahl der Todesopfer des Erdbebens verantwortlich. Außerhalb Chiles wurden durch den Tsunami in Japan 138, auf Hawaii 61 und auf den Philippinen 32 Menschen getötet.

Das Erdbeben löste an zahlreichen Hängen Erdrutsche aus. Drei große Erdrutsche am Berg Tralcán verschütteten mit dem Río San Pedro den Ausfluss des Lago Riñihue, sodass der Wasserspiegel des Sees in der Folge um bis zu 20 Meter anstieg.

Bereits nach dem Beben im Jahr 1575 war es an dieser Stelle zu einem vergleichbaren Ereignis gekommen. Damals war der natürliche Damm nach mehreren Monaten schließlich gebrochen, und die Flutwelle hatte die Siedlungen der Mapuche entlang des Río San Pedro und des Río Calle-Calle fortgespült und in der spanischen Kolonie Valdivia schwere Schäden angerichtet.

Um eine Wiederholung dieser Riñihuazo genannten Katastrophe zu verhindern, die etwa 100.000 Menschen im Einflussbereich des Flusses betroffen hätte, wurde eine Rettungsaktion gestartet, die bis zu 24 Meter hohen Dämme abzutragen.Innerhalb eines Monats wurde mit Hilfe von tausenden Soldaten und Arbeitern, sowie 27 Planierraupen die Höhe der Dämme auf jeweils 15 Meter reduziert, sodass das angestaute Wasser am 23. Juni abfließen konnte. Die folgende Flutwelle führte immer noch zu Überschwemmungen und Zerstörungen in zahlreichen Ortschaften entlang des Flusses; Menschen kamen aber nicht zu Schaden.

Vulkanausbrüche
Das Beben löste eine rhyodazitische Spalteneruption des Puyehue-Cordón-Caulle-Vulkankomplexes zwei Tage später aus.Die Eruptionen aus einer 300 Meter langen Spalte schleuderten Asche bis zu sechs Kilometer hoch in die Atmosphäre und dauerten bis in den Juli.Zwar kam es im chilenischen Zentraltal zu tagelang anhaltenden Ascheregen, es entstanden aber keine signifikanten Schäden durch den Ausbruch.

In den folgenden Monaten war die vulkanische Aktivität in Chile stark erhöht; insgesamt fünf Vulkanausbrüche wurden verzeichnet. Lange Zeit wurde dies für einen Zufall gehalten; 2007 bewiesen jedoch Geologen den Zusammenhang von Vulkanausbrüchen und besonders starken Erdbeben. Demnach brechen nach Erdbeben mit einer Magnitude von 9 oder mehr vor allem lange Zeit inaktive Vulkane aus, in denen sich besonders viel gasreiches Magma ansammeln konnte.

Ausbruch des Puyehue am 24. Mai 1960
Karfreitagsbeben 1964 Alaska

Die Fourth Avenue in Anchorage


Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Karfreitagsbeben_1964

Das Karfreitagsbeben, auch Großes Alaska-Beben genannt, war das bisher stärkste einzelne Erdbeben in der Geschichte der USA. Nach dem Erdbeben von Valdivia 1960 ist es das Erdbeben mit der zweithöchsten Magnitude seit Beginn der ab etwa 1950 durchgeführten regelmäßigen Aufzeichnung von Erdbeben.

Es ereignete sich am 27. März 1964 um 17:36 Uhr lokaler Zeit (28. März, 03:36 Uhr UTC) und hatte eine Momenten-Magnitude von MW 9,2.Das Epizentrum lag im Prinz-William-Sund im südlichen Zentral-Alaska. Die meisten Sachschäden gab es in Anchorage, 120 Kilometer nordwestlich des Epizentrums.

Durch das Beben kamen 125 Menschen ums Leben, fast alle durch Tsunamis, die die Fjorde des Prinz-William-Sund und der Kenai-Halbinsel heimsuchten und eine maximale Höhe von etwa 67 Metern erreichten.Opfer wurden auch aus Kalifornien und Oregon gemeldet.Das Beben dauerte in Anchorage beinahe drei Minuten. Die größten Zerstörungen in der Stadt wurden durch Erdrutsche und massive Landverschiebungen verursacht. Beinahe jedes Haus in der Nähe der Turnagain Heights wurde durch das Beben zerstört.

Turnagain Arm

Erdrutsch-Schäden in den Turnagain Heights
Erdbeben im Indischen Ozean 2004 Sumatra

Epizentren und betroffene Küsten

Auftreffen des Tsunamis an der Küste Thailands


Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_im_Indischen_Ozean_2004

Das Erdbeben im Indischen Ozean – auch Sumatra-Andamanen-Beben genannt – am 26. Dezember 2004 um 00:58 Uhr UTC (07:58 Uhr Ortszeit in West-Indonesien und Thailand) war ein unterseeisches Megathrust-Erdbeben mit einer Magnitude von 9,1 und dem Epizentrum 85 km vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra. Es war das drittstärkste jemals aufgezeichnete Beben und löste eine Reihe von verheerenden Tsunamis an den Küsten des Indischen Ozeans aus. Insgesamt starben durch das Beben und seine Folgen etwa 230.000 Menschen, davon allein in Indonesien rund 165.000. Über 110.000 Menschen wurden verletzt, über 1,7 Millionen Küstenbewohner rund um den Indischen Ozean wurden obdachlos. Durch die Verbreitung von Videokameras und den Umstand, dass die Flutwelle in touristisch vielbesuchten Gebieten hereinbrach, wo viele Urlauber eine Kamera zur Hand hatten, wurde das Ereignis außergewöhnlich gut dokumentiert.

Vor Sumatra, den Nikobaren und den Andamanen schiebt sich die Indisch-Australische Platte, die einen großen Teil des Indischen Ozeans umfasst, in einer ca. 1.000 Kilometer langen Bruchzone mit etwa sieben Zentimetern pro Jahr in Richtung Nordosten unter die eurasische Platte.

Auf Grund des Unterwanderns der Plattengrenzen baute sich in der Subduktionszone ein sehr hoher Druck der indo-australischen auf die eurasische Platte auf, der sich schlagartig entladen hat.

Direkter Auslöser dieses Erdbebens war möglicherweise ein Beben zwei Tage zuvor am anderen Ende der indo-australischen Platte. Dieses „seit 1924 stärkste Beben in der Region“ hatte die Stärke 8,1; das Epizentrum lag zwischen Australien und der Antarktis, rund 500 Kilometer nördlich von der Macquarieinsel. „Man kann vermuten, dass das Beben auf der einen Seite der Platte eine unausgeglichene Situation auf der anderen Seite verursacht hat, was zu diesem riesigen unterseeischen Erdbeben in Asien geführt hat“, sagte Cvetan Sinadinovski vom Institut Geoscience Australia in Canberra.Darüber sind sich die Experten immer noch nicht ganz einig.

Das Erdbeben vor Sumatra ist mit einer Stärke von 9,1 und einer freigesetzten Energie von rund 475 Megatonnen TNT das drittstärkste zum damaligen Zeitpunkt aufgezeichnete Beben in der Geschichte.Im Februar 2005 sprachen sich Geologen der Northwestern University nach Analyse von weltweiten Seismografen-Aufzeichnungen für eine Korrektur der Bebenstärke von 9,0 auf 9,3 aus. Damit wäre das Beben dreimal stärker als bisher angenommen und das zweitstärkste seit Beginn seismischer Messungen. Jedoch sind die früheren Messungen (damals auf der Richter-Skala) mit den heutigen Verfahren der Momenten-Magnitude nur bedingt vergleichbar. Von offiziellen Behörden, wie etwa der USGS, wurde die Korrektur nicht bestätigt.

Epizentrum des Erdbebens und Ausbreitung des Tsunamis


Bild Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_im_Indischen_Ozean_2004

Nachdem in vielen Gebieten zuerst ein Wellental die Küste erreichte, trafen mindestens zwei, an einigen Orten bis zu sechs Flutwellen mit steigender Wellenhöhe auf die Küsten und drangen unter teilweise großer Zerstörungswirkung ins Landesinnere vor. Zwischen den Einzelwellen flutete das Wasser zum Meer zurück und entfaltete auch dabei typische Wirkungen durch das Schieben: Mitnehmen von schwimmfähigen Gegenständen und Personen. Die meisten groben Zerstörungen an Häusern wurden allerdings von den vorrückenden Wellen verursacht. Die Straßen in bebauten Gebieten wurden regelrecht zu Kanälen, in denen ein Konglomerat aus Wasser, Autos und Gebäudetrümmern erst landeinwärts und dann wieder Richtung Meer floss.

In den nächsten Tagen folgten täglich etwa 25 Nachbeben mit Stärken um 5,5. Bei den Nikobaren ereignete sich drei Stunden nach dem Hauptbeben ein Nachbeben der Stärke 7,1. Ein großes Nachbeben in der Region ereignete sich am 28. März 2005 um 17:09 MEZ mit einer Stärke von 8,7 auf Sumatra wenig später auch auf Nias.

Forscher des Jet Propulsion Laboratory der NASA vermuten, dass sich durch die Verlagerung der tektonischen Platten die Erdrotation beschleunigt haben könnte. Aufgrund der bei dem Beben bewegten Erdmasse komme man rechnerisch darauf, dass die Länge eines Tages um 2,68 Mikrosekunden kürzer geworden sei. Außerdem habe sich die Erdachse bei dem Beben durch die geänderte Masseverteilung um rund zweieinhalb Zentimeter verlagert.Die Veränderungen werden von den Experten aber als nicht bedeutsam eingestuft, da die Erdpole ohnehin eine variable Kreisbahn von rund zehn Metern zögen. Ferner wurde die eurasische Platte um einen Zentimeter emporgehoben und um zwei Zentimeter nach Norden verschoben, rutschte aber nach wenigen Minuten wieder in ihre Ausgangslage zurück.

Eine weitere Folge der Verschiebung der tektonischen Platten ist das Versinken von 15 kleineren der 572 Inseln der Andamanen und Nikobaren unter den Meeresspiegel. Darüber hinaus wurden die Nikobaren und die vor der Nordwestküste Sumatras dem Epizentrum am nächsten gelegene Simeuluë-Insel etwa 15 Meter in südwestliche Richtung verschoben.

Die genaue Zahl der Toten lässt sich nicht feststellen. Aus Furcht vor Seuchen wurden viele Opfer ohne genaue Zählung rasch in Massengräbern beerdigt. Sowohl der direkten Einwirkung der Flutwellen als auch ihren Folgeerscheinungen fielen Menschen zum Opfer. So wurden fast alle Trinkwasserquellen der betroffenen Gebiete durch das Unglück verunreinigt.