Flutkatastrophen

Blick über das überflutete Oude-Tonge auf Goeree-Overflakkee

Überflutete Siedlung im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg nach dem Sturm, 1962


Bild Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmflut_1962


Bild Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Flutkatastrophe_von_1953

Als Flutkatastrophe bezeichnet man das Hochwasser an der Küste oder das eines Flusses, welches so hoch steigt, dass die normalen Pegelstände weit überschritten werden und die Betten und Eindeichungen das Wasser nicht mehr vor Kulturland zurückhalten können, so dass es zu Überschwemmungen kommt. Hohe Sachschäden an Gebäuden und Infrastruktur, Ernteschäden und im Extremfall auch Todesopfer sind die Folge. Bei einer Flut mit außerordentlich hohen Pegelständen, die nur sehr selten vorkommt, spricht man von einer Jahrhundertflut.

Fluten werden nach Art unterschieden in:

die Sturmflut, von Starkwinden an die Küsten gepresste Wassermassen, die zu Hochwassern im Küstenland führen, und Rückstauhochwassern an den Unterläufen der Flüsse. Diese Ereignisse treten innerhalb weniger Stunden auf, ihre Gesamtdauer ist vom Abflussverhalten abhängig
Niederschlagsbedingte Hochwasser durch Starkregenereignisse, die meist Einzugsgebiete von einem oder mehreren Flusssystem/en betreffen, und sich auch meist vom gebirgigen Oberlauf, in dem die Stauniederschläge abgehen, über Tage hinweg in die Unterläufe fortsetzen
Nicht als Flut im Sinne des Begriffs wird der Tsunami (Flutwelle) angesehen.

Die Ursachen liegen in der Begradigung und Eindeichung der Flüsse, um sie für möglichst große Frachtschiffe schiffbar zu machen, sowie in der Trockenlegung ganzer Landstriche und damit der Beseitigung der natürlichen Überflutungsflächen. Die Besiedelung bis dicht an die Deiche heran, selbst in immer wieder hochwassergefährdeten Bereichen, zieht zwangsläufig hohe Verluste bei Überflutungen nach sich. Zusammenhänge mit der globalen Erwärmung werden bei beiden Ereignistypen vermutet, bei ersteren über den ansteigenden Normalwasserstand, bei beiden über vermehrte Ausnahmeereignisse in Bezug auf Wind und Niederschlag als Folgen der globalen Erwärmung.
Historische Flutkatastrophen in Europa
Deutschland
Bei folgenden Flüssen sind häufig Flutkatastrophen zu verzeichnen:
Donau, Elbe, Oder, Rhein, Mosel, Aare

Magdalenenhochwasser 1342 an zahlreichen mitteleuropäischen Flüssen
Zweite Marcellusflut 1362 an der gesamten deutschen Nordseeküste gilt als mit Abstand gewaltigste deutsche Flutkatastrophe
Hochwasser von 1480 an Aare und Rhein
Hochwasser von 1501
Rhein- und Bodenseehochwasser von 1566
Thüringer Sintflut 1613
Winterhochwasser von 1784
Elbhochwasser 1845
Hochwasser in Sachsen 1897
Hochwasser in Hannover 1946
Oderflutkatastrophe 1947 mit der Überflutung vom Oderbruch
Donauhochwasser 1954
Sturmflut 1962 in Hamburg
Oderhochwasser 1981/82
Rheinhochwasser 1993, gleichzeitig Hochwasser an Mosel und Maas
Rheinhochwasser 1995
Oderhochwasser 1997 an Oder und Nebenflüssen
Pfingsthochwasser 1999 im Allgäu, Vorarlberg und Tirol
Hochwasser in Mitteleuropa 2002
Hochwasser in den Voralpen 2005 an Isar und anderen Flüssen
Elbhochwasser 2006
Oderhochwasser 2010
Hochwasser in Mitteleuropa 2013
Frankreich
Überschwemmungen in den Pyrenäen 2013
Niederlande
Erste Marcellusflut am 16. Januar 1219.
Zweite Marcellusflut 1362
Flutkatastrophe von 1953 (Watersnood) am 1. Februar 1953
Österreich
Donauhochwasser 1954
1997 Im südlichen Niederösterreich treten zahlreiche Flüsse über die Ufer. Besonders betroffen: Pittental, Schwarzatal, Piestingtal und Triestingtal.
2002 In Ober- und Niederösterreich treten zahlreiche Flüsse über die Ufer, weite Landteile stehen unter Wasser. Besonders betroffen waren die Donau und der Kamp. (HQ100, siehe Hochwasser in Mitteleuropa 2002)
2005 In den westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg treten nach tagelangen Regenfällen Flüsse über die Ufer. Zahlreiche Murenabgänge legen teilweise den öffentlichen Verkehr lahm (siehe Alpenhochwasser 2005).
2006 In Niederösterreich tritt die March über die Ufer und die Dämme halten im Gegensatz zu jenen auf der slowakischen Seite nicht Stand. Die Orte Dürnkrut und Mannersdorf werden überschwemmt. (HQ60)
Hochwasser in Mitteleuropa 2013

Schweiz
2005 (August) In der Zentralschweiz, Graubünden und Bern sowie in vielen anderen Teilen der Schweiz werden Dörfer durch Dammbrüche oder überlaufende Seen bzw. Flüsse überschwemmt. Mehrere Straßen und Zuggleise sind nicht mehr befahrbar. Einzelne Dörfer (z. B. Engelberg) sind von der Außenwelt abgeschnitten und können nur mit dem Hubschrauber erreicht werden.
Historische Flutkatastrophen in anderen Ländern
1862 Vereinigte Staaten von Amerika: Durch atmosphärische Flüsse ausgelöste, 40-tägige Starkregen führen zu einer Überschwemmung des Central Valley in Kalifornien.[2] Die Katastrophe wird in neuerer Zeit im Arkstorm-Szenario der United States Geological Survey verarbeitet.[2]
1887 China: Starke Regenfälle verursachen eine Flutkatastrophe am Gelben Fluss 1887; Über 130 000 km² werden überschwemmt (zwischen 900 000 und 2 Millionen Tote)
1931 China: Starke Regenfälle, gefolgt von mehreren Zyklonen, verursachten die schwerste Flutkatastrophe des 20. Jahrhunderts mit geschätzt 3,7 bis 4 Millionen Toten.
1953 Hollandsturmflut: Schwerste Sturmflut des 20. Jahrhunderts in den Niederlanden und England (ca. 2.500 Tote)
1970 Bengalen: Wirbelstürme und Flutwellen (über 300 000 Tote)
1998 China: Der Jangtsekiang tritt über die Ufer, mehr als 3000 Menschen kommen ums Leben, etwa 14 Millionen werden obdachlos.
2004 Indischer Ozean: Tsunami in 15 Ländern gleichzeitig. (ca. 226.000 Tote) (siehe: Erdbeben im Indischen Ozean 2004)
2005 USA: New Orleans wird vom Hurrikan Katrina heimgesucht.
2006 Ungarn, Rumänien und Bulgarien: Die Donau tritt an vielen Stellen über die Ufer. Dämme werden geöffnet, um unbewohnte Gebiete als Rückhaltebecken zu nutzen. Diese Überflutungen verselbständigen sich aber teilweise und schwemmen ganze Dörfer weg.
2007 Afrika: Die Länder südlich der Sahara werden quer über den ganzen Kontinent von einer Flutkatastrophe heimgesucht. Mindestens 250 Menschen sterben.
2008 Ende Juli in Rumänien und Ukraine müssen über 36.000 Menschen vor einer Überschwemmung evakuiert werden.
2008 Ende August müssen nach wochenlangen Monsunregenfällen und einem großen Dammbruch in Nepal nach großflächigen Überschwemmungen im indischen Bundesstaat Bihar über 1,2 Millionen Menschen vor den Überschwemmungen fliehen.
2010 Hochwasser in Mitteleuropa im Frühjahr 2010 Hohe Schäden durch Deichbrüche, insbesondere in Polen zeichneten dieses Hochwasser aus.
Juli und August 2010: Überschwemmungskatastrophe in Pakistan 2010 infolge außergewöhnlich starken Monsunregens. Etwa 14 Millionen Menschen sind betroffen, 6–7 Millionen davon benötigen humanitäre Hilfe, über 1000 Menschen starben (Stand 17. August 2010).
Oktober 2010: In Benin treten durch anhaltend starke Regenfälle die Flüsse Mono und Queme über die Ufer.[3] 680.000 Menschen sind von Überschwemmungen betroffen[4], rund 100.000 Menschen werden obdachlos[3]. In der Großstadt Cotonou infizieren sich ca. 800 Menschen mit der Cholera.[3]
2011: Überschwemmungen in Queensland 2010/2011.
2013: Hochwasser in Mitteleuropa 2013, es waren neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Polen, Tschechien und die Donauanrainerstaaten betroffen.


Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Flutkatastrophe

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Die Hamburger Sturmflut 1962